Topfkultur bei Vanda-Orchideen

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten eine Vanda zu kultivieren. Man kann die Orchidee komplett wurzelnackt ans Fenster hängen und regelmäßig besprühen oder tauchen. Alternativ kann man sie in einer Glasvase halten, welche einmal die Woche für 10 Minuten mit Wasser gefüllt wird oder man pflanzt die Vanda in ein Körbchen, das mit Pinienrinde gefüllt ist und taucht die Pflanze samt Körbchen 1-2x die Woche.

Ich habe alle drei Varianten getestet und für mich hat sich die Topfkultur als optimal herausgestellt. Ich möchte euch hier meine jahrelang erfolgreiche Kultur in Tontöpfen* vorstellen und näher erläutern.

Vorteile & Nachteile der Topfkultur

Bei der Topfkultur sind mir folgende Vor- und Nachteile aufgefallen:

Vorteile

  • Körbchen oder auch Tontöpfe sind optisch sehr ansprechend.
  • Eingetopfte Vandeen können bequem in das Tauchgefäß gestellt werden ohne das sie umkippen.
  • Die Feuchtigkeit bleibt durch die Pinienrinde länger an den Wurzeln und es ist dennoch luftig genug, dass der Topf nach einigen Tagen komplett abtrocknen kann. Es entsteht keinerlei Staunässe.
  • Je nach Umgebungstemperatur ist pro Woche nur 1-2x tauchen notwendig.
  • Es kommt keinerlei Wasser in die Blattachsen. Die Fäulegefahr ist sehr gering.

Nachteile

  • Die Pflanze mit Topf (vor allem bei Tontöpfen) ist im vollgesogenen Zustand recht schwer. Hier muss ein richtiger Haken in die Wand gebohrt werden, weil eine Gardinenstange das Gewicht nicht unbeschadet aushält.
  • Wenn die Pflanze recht nah am Fenster hängt ist vor allem bei Tontöpfe zu beachten, dass der Ton im Glas große Kratzer hinterlassen kann. Hier empfehle ich eine kleine Polsterung aus Luftpolsterfolie.
  • Wenn die Pflanze nach 3-4 Jahren umgetopft werden muss, bleibt der Tontopf leider nur selten heile.

Vanda in einen Topf pflanzen

Es gibt einige Körbchen zu Auswahl: Teakholzkörbchen*, normale Holzkörbchen, Weidekörbchen, Gitterkörbchen aus Kunststoff*, Tontöpfe* oder Keramiktöpfe. Da Holz- und Weidekörbchen durch das regelmäßige Tauchen in Mitleidenschaft gezogen werden und somit eine nicht so lange Haltbarkeit haben sollen (Quelle sind Orchideenforen, ich habe keine eigenen Erfahrungen damit gemacht), entschied ich mich für Tontöpfe und bei meinen Päppelvandeen für die preiswerten Teichkörbchen. Das Eintopfen ist aber prinzipiell bei allen Gefäßen gleich.

Beim Kauf

Vor dem Kauf ist es wichtig den Durchmesser des Wurzelballens zu messen, so dass am Ende alle Wurzeln im Körbchen Platz finden. Bei mir haben die meisten Vandeen einen Tontopf mit 18-20 cm Innendurchmesser.

Als Substrat nehme ich sehr grobe Pinienrinde* aus einer Orchideengärtnerei. Die Stücke haben dann meistens einen Durchmesser von 2-3 cm.

Schritt 1: Vanda gut wässern

Die Vanda-Orchidee kommt vor dem Eintopfen für etwa eine Stunde in einen Eimer mit Wasser, so dass sich die Wurzeln richtig vollsaugen können. Danach lassen sie sich ganz leicht biegen und brechen nicht so schnell wie im trockenen Zustand.

Schritt 2: Wurzeln ins Gefäß kriegen

Die vollgesogene Vanda setze ich in das Gefäß und drehe die Pflanze im Kreis, so dass am Ende alle Wurzeln im Topf drinliegen. Nicht gewaltsam brechen oder biegen.

Schritt 3: Mit Pinienrinde auffüllen und fixieren

Nun fülle ich den Topf mit der groben Pinienrinde auf, größere Stücke platziere ich zwischen den Wurzeln. Teilweise stecke ich die Pinienrinde auch bei den seitlichen Löchern des Topfes rein, um so einige Leerräume aufzufüllen.

Zum Schluss befestige ich den Hänger aus Metall in den vorgesehenen Löcher des Topfes. Größere Pflanzen fixiere ich mit einem dünnen Hanfseil an dem Hänger, so dass die Pflanze sicherer im Topf sitzt.

Tauchen & Düngen

Das Tauchen und Düngen eingepflanzter Vanda-Orchideen ist recht problemlos. Generell tauche ich mit Regenwasser und notfalls mit einem 50:50 Gemisch aus Regenwasser und unserem kalkhaltigen Leitungswasser. Gedüngt wird ab März bis Oktober alle zwei Wochen mit einem hochwertigen Flüssigdünger aus der Orchideengärtnerei. Die Dosierung wähle ich etwas niedriger als auf der Verpackung angegeben.

Häufigkeit und Dauer

Ich habe meine Pflanzen an einem Westfenster im Wohnzimmer und Küche. Sie müssen im Winter wenn die Heizung läuft 1x wöchentlich für 10 Minuten getaucht werden. Aufgrund der Heizungsluft besprühe ich im Winter auch 2x täglich mit Regenwasser. Im Sommer, so ab Juni bis September, tauche ich die Vandeen dann 2x wöchentlich für 30 Minuten, da sie durch die warmen Temperaturen deutlich mehr Feuchtigkeit brauchen.

Abtropfen lassen

Bei mir auf dem Fensterbrett stehen unter den hängenden Vandeen noch ein paar Phalaenopsis-Orchideen. Damit diese Pflanzen von oben kein Topfwasser in die Blattachsen bekommen ist wichtig, dass die Gefäße nach dem Tauchen lange genug abtropfen können. Oftmals stelle ich die Tontöpfe auch noch mal auf ein Handtuch, damit sämtliches überschüssiges Wasser aufgesaugt werden kann.

Meine Erfahrungen mit der Topfkultur

Für mich ist die Kultur im Topf oder im Körbchen eine der besten Varianten für eine Vanda-Orchidee und meine positiven Erfahrungen bestätigen das. Alle meine Pflanzen sind gesund, blühen regelmäßig und entwickeln sich prächtig.

Natürlich gibt es auch Vanda-Besitzer, welche mit der wurzelnackten oder der Glasvasen-Haltung sehr gut zurecht kommen und super schöne Pflanzen haben. Jeder muss da die vorhandenen Methoden testen und die Beste für sich finden.

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